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Konzentrieren auf das, was verbindet

Würzburger Paartage 2026
Was trägt Liebe durch einen langen Zeitraum? Psychotherapeut und Paarberater Andreas Schrappe gibt Antworten im Sonntagsblatt, und beim Vortragsabend der Würzburger Paartage am 15. Oktober.

Andreas Schrappe ist Psychotherapeut, Paarberater und Leiter des Evangelischen Beratungszentrums der Diakonie in Würzburg. Er hält bei den Würzburger Paartagen den Vortrag „Langzeitliebe. Wenn Paare in die Jahre kommen“ – am 15. Oktober um 19 Uhr im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus.

Warum sollten sich gerade ältere Paare Gedanken zu ihrer Beziehung machen?

Das Alter wird zunehmend als Phase entdeckt, in der sich eine Partnerschaft vertiefen kann, die ein Paar für Genuss und Zukunftspläne nutzen kann. Es gibt noch etwas zu entdecken, und zu verpassen.

Hilft in einer konfliktreichen Beziehung die Erinnerung an den unbeschwerten Beginn?

Gerade im Alter geht es darum, Frieden mit dem zu schließen, was war, Kämpfe zu beenden – wenn das Paar zusammenbleiben will. Wenn Sie den Partner über Jahrzehnte nicht ändern konnten, geschieht das künftig nicht mehr. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie verbindet.

Nach dem Berufsleben Hobbys pflegen, sich engagieren: ein Gewinn für beide, oder doch eine Flucht aus der Beziehung?

Es kann schön sein, Hobbys zu haben, für sich oder zu zweit etwas zu tun. Im Umfeld oder für die Gesellschaft gibt es viele Aufgaben. All dies soll aber nicht eine Sprachlosigkeit in der Partnerschaft übertünchen, sondern Austausch und gemeinsame Verbindung stärken. Die Frage lautet auch im Alter: Wo stehen wir, und wo soll es für uns zwei hingehen?

Welche Rolle spielt das Großelternsein?

Wer guten Kontakt zu den Enkelkindern hat, engagiert sich gerne oder wird zur Unterstützung herangezogen. Nur der einzige Lebensinhalt sollten die Enkel nicht sein. Wenn Großeltern über die Maßen eingespannt werden, gilt es Grenzen zu setzen, etwa mit einem „Zwei Nachmittage pro Woche sind genug“.

Ein Rat für Paare, deren Alter Krankheit, Pflege und Einschränkungen prägen?

Es ist viel gemeinsam zu tragen: Körperliche und psychische Probleme kommen und bleiben, Kontakte und Aktivitäten werden womöglich weniger. Wenn man sich umeinander kümmern oder gar pflegen muss, entsteht ein Ungleichgewicht, das ein Paar ansprechen sollte. Da hilft die Erinnerung an das Versprechen von einst: „In guten wie schlechten Zeiten...“

Wie kann da der Glaube helfen?

Ob eine Person gleichgültig, verbittert oder zufrieden auf den Tod zusteuert, hängt stark von der eigenen Erzählung über das Leben und sein Ende ab. Die Bibel gibt uns Beispiele – nicht nur von Heldengeschichten, sondern auch von Brüchen, Schwäche, Ratlosigkeit. Die Botschaft lautet: Auch ein schwerer Weg kann gegangen werden. Ein glaubenderMensch weiß sich dabei unter dem Schutzschirm Gottes.

Sebastian Haas

Bei den Würzburger Paartagen folgen: „Vorsorge in der Partnerschaft“ (19.10.), „Miteinander reden und sich verstehen“ (20.10.), „Wie Fernbeziehungen gelingen“ (22.10.), „Partnerschaft, Ehe, Erziehung aus Sicht der Religionen“ (27.10.). Das Programm online auf www.wuerzburger-paartage.de.

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